Enzephalitozoonose

E. Cuniculi zählt zu den Zoonosen, theoretisch ist sie also auf den Menschen übertragbar, jedoch ist die Krankheit beim Menschen so gut wie nie aufgetreten. Gefährdet sind Menschen mit schlechtem Immunsystem, genau wie Kaninchen. 

Fast die Hälfte aller Hauskaninchen trägt die E. Cuniculi Erreger in sich. Auch Artgenossen können durch den Urin angesteckt werden, allerdings kommt es nur bei einer Immunschwäche oder Stress teilweise zum Ausbruch der Krankheit.

 

Symptomatik:

  • Am häufigsten Kopfschiefhaltung und Lähmungserscheinungen, sowie Orientierungslosigkeit und  Gleichgewichtsprobleme  
  • Verdauungsproblrme, wie Aufgasungen
  • Inkontinenz, oft im Zusammenhang mit einer Niereninsuffizienz, die auch Leber und Herz schädigen kann 
  • Allgemeine Immunschwäche
  • Apathie, Teilnahmslosigkeit 

Wie bei den meisten Kaninchenkrankheiten ist der richtige Tierarzt entscheidend. Die meisten Tierärzte wollen das Kaninchen direkt einschläfern lassen, selbst wenn es beste Chancen auf eine Gesundung hätte. Dafür muss die Diagnose E. Cuniculi aber auch stimmen, da die Krankheit den gesamten Organismus befällt und die Tiere viele verschiedene Symptome zeigen können, kann es auch sein, dass das jeweilige Symptom einen ganz anderen Auslöser hat (z.B. Ohrenentzündung bei Kopfschiefhaltung). Selbst Tiere bei denen der Erreger nachgeweist ist, sollte man alle anderen Ursachen für das jeweilige Symptom ausschließen können.

 

Behandlung: 

  • Komplett-Check
  • Blutuntersuchung um möglichst viele anderen Ursachen auszuschließen
  • Röntgenbilder bei Lähmungen
  • Behandlung nach jeweiligem Symptom

Bei Diagnose E. Cuniculi: 

  • Panacur täglich für mind. 4 Wochen, versteckt in Banane oder Apfel geben 
  • Vitamin B und B12 Komplex, mit in die Panacur Mischung geben
  • Chloramphenicol ein gehirngängiges Antibiotikum
  • Immunsystemstärkende Lebensmittel
  • Bärenklau
  • Kräutertees für genügend Flüssigkeit (Brennnessel, Kamille o.ä.) 

Wichtig! Kranke Kaninchen sollten nicht seperariert oder umgesiedelt werden, ihr Gehege gibt ihnen Schutz und Sicherheit. Für Artgenossen ist das Kaninchen nach Ausbruch der Krankheit nicht ansteckender als zuvor. 

Bei Nahrungsverweigerung muss das Kaninchen wohl oder übel zwangsernährt werden, meist kommt der Appetit mit einer Besserung der Nieren aber wieder

Hat sich der Gesundheitszustand deutlich verbessert muss das Kaninchen motiviert werden sich zu bewegen, durch viel Platz und Abwechslung