Gesundheit

Leider sind Kaninchen sehr sensible Tiere. Von allen empfindlichen Körperteilen, ist der Magen aber wohl der empfindlichste. Daher sind die meisten Erkrankungen von Kaninchen auf falsche oder unzureichende Ernährung zurückzuführen. Infos dazu hier. Um also jeglicher Art von Krankheit vorzubeugen, ist die Fütterung und Pflege das A und O. Denn auch Hygene ist bei den kleinen Fellkugeln sehr wichtig. 

Hier eine kleine Zusammenstellung der häufigsten Krankheiten, deren Symptome und Therapiemöglichkeiten.

Diagnose

Abzess

 

 

 

 

 

 

Bindehaut-entzündung

 

 

 

 

Blasen-entzündung

 

 

 

 

 

Blasengrieß

 

 

 

 

 

 

 

 

Diabetes

 

 

 

 

 

 

 

 

Fliegenbefall

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hasenpest (Tularämie)

Zoonose

 

 

 

 

Hitzschlag

 

 

 

 

 

 

 

Knochenbruch

 

 

 

 

 

 

Lungenentzündung 

 

 

 

 

Magen-

würmer

 

 

 

 

 

 

Ohrräude

 

 

 

 

 

 

Schnupfen

 

 

 

 

 

Tympanie (Magenaufblähung)

 

 

 

Zahnfehl-stellung

 

 

 

 

 

 

 

Ursache

Verletzungen jegl. Art, falsche Fütterung im Maulbereich

 

 

Zugriff, Verletzung, Fremdkörper

 

 

 

Verkühlung, Bakterien im Darm, Viren

 

 

 

 

HaltungsfehlerGenaues ist nicht bekannt, vllt. bakterielle Infektionen o. genetische Veranlagung

 

falsche Fütterung, Insulinmangel

 

 

 

 

 

 

meist im Sommer, mangelnde Hygene

 

 

 

 

 

 

Übertragung von Wildtieren, Mücken, Zecken und Co.

 

Direkte Sonnen-bestrahlung, hohe Temperaturen

 

 

 

Unfälle/

Gewalt des Menschen

 

 

 

 

Unzureichend behandelter Schnupfen, Folge anderer Krankheiten

 

Befallenes Frischfutter, Ansteckung

 

 

 

 

 

Milbenbefall der Ohren, mangelnde Hygene

 

 

 

Meist bereits chronisch, Keime, Ansteckung

 

 

Falsche Fütterung, Verstopfung, Fehlgärungen

 

 

Unzureichende Abnutzung der Zähne, falsche Ernährung

Symptome

Entzündung, ggf. Fressverweigerung, Eiterblasen-

bildung

 

Schwellung des Auges, rötliche Verfärbung, Tränenausfluss

 

Fressverweigerung, Unsauberkeit, verfärbter Urin, Apathie

 

 

Grießartiger Ausfluss, auch Steine oder Schlamm möglich

 

 

 

 

Vermehrter Durst, vermehrter Urinabsatz, Schädigung der Augen, Organe und Blutgefäße

 

Allgemeines Unwohlsein, die Fliegen legen ihre Eier an Wunden des Tieres ab, diese fressen sich in das Kaninchen

 

Apathie, Fieber, Bewegungs-störungen 

 

 

 

Schwäche, Hecheln, akute Apathie

 

 

 

 

 

Bewegungsstörung, Schmerzäußerung

 

 

 

Niesen, häufiges Putzen, Atemnot, Atemröcheln

 

Allgemeines Unwohlsein, Abmagerung, Apathie

 

 

 

 

Kopfschütteln, kratzen, Koordinations- störungen

 

 

 

Niesen, Nasenausfluss,

 

 

 

 

Fressunlust, Apathie

 

 

 

 

Fressunlust, Abmagerung, Folge-erkrankungen 

Therapie

Tierarzt! Evtl. Blutbild und Antibiotika-einsatz, Entfernen des Abzesses

 

Tierarzt! Salbenbehandlung/Tropfen

 

 

 

Sofort Tierarzt! Urinprobe mitnehmen, Antibiotika und Infusion 

 

Tierarzt! Abführen per Narkose, operatives Entfernen der Steine

 

 

 

Tierarzt, Diabetes kann man behandeln, ist jedoch nicht heilbar

 

 

 

Tierarzt! In schlimmen Fällen muss das Tier euthanasiert werden

 

 

 

 

Ggf. Antibiotikagabe, meist erfolgt nach 4-13 Tagen der Tod

 

Tierarzt! Kaninchen in feuchte Handtücher wickeln, Kühlakkus in die Box

 

Tierarzt, Fixation oder Amputation,

Tierheil-praktiker sinnvoll

 

Tierarzt, Röntgenbild, Ruhe, Kräutergabe, Medikamente 

 

Tierarzt, alle Tiere behandeln, Kotprobe, Behandlung mit Panacur (ca. 5 Tage)

 

Tierarzt, Parasitenbekämpfung (z.B. Ivomec) Heilsalbe (z.B. Bepanthen)

 

Zylexis, regelmäßige Spülungen durch den Tierarzt

 

(Not)Tierarzt,Antitympanika, Schmerzmittel, Infusion, Bauchmassage

 

Tierarzt, Schleifen der Zähne (2-3x im Jahr Kontrolle)


Pilze und Parasiten

Hautpilz ist meistens durch Leckekzeme (haarlose, teils Wunde Stellen im Fell) zu erkennen. Viele Kaninchen tragen die Infektion in sich ohne dass es zum Ausbruch kommt, sollte dies doch der Fall sein, muss der Pilz behandelt werden. Bei der Behandlung ist auf strenge Hygiene zu achten, da Hautpilz zu den Zopnosen zählt und somit auf den Menschen übertragbar ist. Leichter Befall kann am besten mit Kokosöl und/oder Heilerde behandelt werden. Alle 2 Tage das Mittel auf die entsprechenden Stellen geben und dies in einem Zeitraum bis zu mindestens 2 Wochen über den Heilungszeitpunkt hinaus. Denn Pilz kommt schnell wieder, man sollte also vorsorgend behandeln. Stärkerer Befall muss vom Tierarzt mit entsprechenden Medikamenten behandelt werden.

Unter Parasiten fallen alle "Schmarotzer", also Läuse, Flöhe, Milben, Haarlinge und Zecken. Auch wenn so manch unwissender Tierarzt "Frontline" empfiehlt (wird bei Hunden und Katzen gegen Parasiten angewandt), sollte auf keinen Fall darauf zurückgegriffen werden. Die Verträglichkeit für Kaninchen ist noch nicht gut genug getestet, und es seien schon Tiere gestorben. 

Etwas Milbenbefall ist bei Kaninchen (vor allem Außenhaltung) normal. Bei auffälligem Befall, durch Haarausfall und Schuppenbildung kann man Kieselgur anwenden. Kieselgur kann man direkt über Amazon kaufen. Bislang wurden nur positive Erfahrungen damit gemacht. Kieselgur wirkt nur wenn die Umgebung vollständig trocken ist, dann kann man sie in kleinen Mengen im Stall verteilen. Das Kaninchen erst wieder ins Gehege lassen, wenn die Umgebung vollständig ausgestaubt ist, da sonst die Atemwege belastet werden. Mit einem Tuch das man kurz in Kieselgur tunkt und dann in das Kaninchen einreibt, wird dieses auch behandelt. Bei starkem Befall das ganze nach 10 Tagen nochmals anwenden. Sollte der Befall aber so stark werden dass die Tiere sich nur noch jucken und eventuell aufkratzen, muss er tierärztlich behandelt werden. Meist werden von ihnen die Präparate Stronghold oder Ivomec eingesetzt.

Läuse und Flöhe ernähren sich vom Blut des Kaninchens und hinterlassen gerötete, juckende Flecken auf der Haut. Hier ist eine Therapie mit Kieselgur ebenfalls möglich, ggf. müssen auch Spot-on Produkte eingesetzt werden.

Zecken findet man bei Kaninchen zum Glück nicht häufig. Wenn doch, sind sie klein und dunkel, am besten entfernt man sie einfach mit der Zeckenzange. Dafür die Zecke möglichst komplett umfassen und langsam rausziehen. Wichtig ist dass der Kopf nicht stecken bleibt, da es sonst zu Entzündungen kommen kann. 

Zwei wichtige Krankheiten, die jeder Halter kennen sollte

Leider sind die beiden tödlichsten Kaninchenkrankheiten vor allem seit etwa zwei Jahren wieder stark verbreitet. Hierbei handelt es sich um zwei Virusinfektionen: Myxomatose und Rabbit Haemorrhagic Disease (RHD). Ersteres auch bekannt als Kaninchenpest, letzteres als Chinaseuche. 

 

 

Myxomatose

                                   !VORAB!

Gegen Myxomatose sollte man auf jeden Fall impfen lassen! Auszuschließen ist die Infektion dadurch nicht, jedoch ist der Krankheitsverlauf bei geimpften Tieren viel milder und sie haben bessere Überlebenschancen. Wann wie und womit gegen Myxomatose geimpft werden sollte, steht hier: Impfkalender

 

Hätte der Mensch nicht eingegriffen, wäre diese furchtbare Krankheit vielleicht nie nach Deutschland gekommen. In den 50er Jahren wurde der Virus nach Frankreich gebracht um dort die Kaninchenplage zu bekämpfen. Und so gelang der Virus natürlich früher oder später auch nach Deutschland. In den 80er Jahren sah man immer wieder ein an Myxomatose erkranktes Kaninchen am Wegesrand, mittlerweile hat sich die Situation zwar verbessert, doch es gibt immer wieder Phasen in denen die Krankheit sich seuchenartig verbreitet, Vorsorge ist also zu empfehlen.

Übertragung: Die Kaninchen infizieren sich hauptsächlich durch Insekten (Mücken, Fliegen) mit dem Myxo-Virus. Aber auch andere (Säuge-)Tiere können den Virus übertragen, ohne selbst daran zu erkranken. Selbst über das Futter kann der Virus den Weg zum Kaninchen finden, Vorsicht ist bei Pflanzen von Wiesen auf denen Wildkaninchen rumlaufen geboten.

Symptomatik: Myxomatose ist gut an den Schwellungen und Rötungen vor allem im Kopfbereich und an den Augen zu erkennen. Die Knötchen können schon bald den gesamten Körper "befallen". Hinzu kommen Fieber, Nahrungsverweigerung bis hin zu Atemnot und dem Tod, nach ca. 7-12 Tagen. Manche Kaninchen die ein schwaches Immunsystem haben, können auch schon viel früher sterben, ohne die komplette Symptomatik zu entwickeln. Folgeerkrankungen wie bspw. eine Lungenentzündung sind nicht selten. 

 

 

Behandlung: Die Überlebenschance für ungeimpfte Tiere liegt nahe 0. Dennoch kann man je nach Zustand des individuellen Tieres eine Therapie beginnen, vor allem bei geimpften Tieren mit starkem Immunsystem gibt es viel Hoffnung. Am wichtigsten sind erst einmal Infusionrn um das Tier zu stabilisieren. Fieber ist ein gutes Zeichen, da der Körper dann gegen die Viren ankämpft. Unterstützend sollte das Kaninchen also mit immunsystemstärkendem Futter ernährt werden, meist verweigern kranke Kaninchen aber die Futteraufnahme, dann ist eine Zufütterung per Spritze notwendig. 

Gute Erfahrungen bei der Behandlung würden mit kolloidalen Silber gemacht (Quelle: http://www.kaninchenwiese.de/gesundheit/infektionskrankheiten/myxomatose-2/). 2-3 mal pro Tag sollten die Myxome (Knötchen) damit eingerieben werden. Bei der Therapie spielt auch Wärme eine große Rolle, denn nur in Kälte fühlen sich die Viren wohl. Am besten sollte man das Kaninchen im Haus behandeln, so hat man es auch besser im Blick, was bei dieser Krankheit sehr wichtig ist. Es kann mehrere Wochen dauern bis die Krankheit überstanden ist. Kraft, Ausdauer, Geduld, Zeit und Hoffnung muss man mitbringen um die stressige Zeit zu bekämpfen. 

Auch nach der Genesung sind Myxo-Kaninchen eine Gefahr für gesunde Tiere. Daher sollte man nur Überlebende zusammen halten, jedenfalls für mindestens ein halbes Jahr. 

Auch das Gehege muss gründlich gereinigt werden, dafür alle Einrichtungsgegenstände austauschen und den Boden abtragen/bzw. die Steine mit kochendem Wasser reinigen. Gegebenenfalls muss das Gartenhaus/Holzgestell entfernt werden und ein neues Gehege gebaut werden. Das Gehege sollte ein paar Tage/Wochen leer stehen.

 

 

RHD (Rabbit Haemorrhagic Disease)

RHD2

                                    !VORAB!

Auch gegen RHD sollte man seine Kaninchen auf jeden Fall impfen lassen! Wie bei der Myxomatoseimpfung ist auch trotz Impfung gegen RHD eine Infizierung möglich. Aber die Kaninchen haben sehr gute Chancen zu überleben (über 90%), was Grund genug sein dürfte die Tiere zu schützen. RHD und RHD2 benötigen verschiedene Impfstoffe!

 

RHD ist auch als "Chinaseuche" bekannt, wie der Name schon sagt, wurde sie ursprünglich das erste Mal in China beobachtet. Seit den 80ern breitet sich der Virus auch in Deutschland immer wieder seuchenartig aus. RHD ist vermutlich die gefährlichste Kaninchenkrankheit, denn die Tiere zeigen meist keine Symptome und sterben ein bis drei Tage nach der Infektion eines plötzlichen Todes.

Übertragung: Nahezu alles überträgt RHD, sollte man meinen. Hauptsächlich wird der Virus über Insekten übertragen, doch auch Menschen und andere Tiere können Träger sein, ebenso wie einfache Gegenstände/Kleidung und Lebensmittel. Der Virus überlebt auch ohne Wirt bis zu 8 Monaten und hält glühende Hitze ebenso wie eisige Kälte aus. 

Symptomatik: Kaninchen die am vorherigen Tag noch gesund und munter gewirkt haben, können am nächsten Morgen einfach tot im Gehege liegen. Ob es RHD war, kann man daran erkennen dass die Tiere meist ausgestreckt daliegen, den Kopf in den Nacken und bei RHD1 eine blutende Nase. RHD2 ist eine Mutation des ursprünglichen RHD-Virus und immun gegen die normale Impfung. Deshalb sollte man gegen RHD2 auf jeden Fall extra impfen lassen! (Impfkalender) Bei RHD2 zeigen die Tiere kurz vor dem Tod meist Fressverweigerung, Apathie und Atemnot, jedoch keine Blutungen. Manche Kaninchen, im Normalfall die geimpften, haben einen deutlich symptomreicheren Krankheitsverlauf, mit hohem Fieber, bei dieser Form ist eine Behandlung zu empfehlen, denn diese Kaninchen haben eine gute Chance zu überleben. 

Behandlung: Die noch vorhanden Tiere aus dem Gehege nehmen und separieren. Durch Infusionen sollten sie gestärkt werden, immunsystemstärkendes Futter wird ebenfalls empfohlen (Meerrettich, Kapuzinerkresse, Rettich). Auf jeden Fall ist eine sofortige Impfung gegen RHD2 sinnvoll, wenn die Tiere überleben. Man selbst muss sich immer vor und nach dem Kontakt mit den Kaninchen desinfizieren, den Kontakt zu anderen Kaninchen sollte man für mind. ein halbes Jahr vermeiden. Das Gehege muss mit hochwirksamem Desinfektionsmitteln desinfiziert werden, ausserdem muss der Boden abgetragen und die Steine mit kochendem Wasser ausgewaschen werden. Einrichtungsgegenstände sollten entsorgt und ausgetauscht werden. Das Gehege muss zur Sicherheit ca. 8 Monate leer stehen um die Viren vollständig zu beseitigen. 

Überlebende Kaninchen sollten nur mit anderen Überlebenden zusammengehalten werden. Die Ansteckungsgefahr für andere Kaninchen ist zu hoch. Nach aber etwa einem halben Jahr können diese auch wieder mit "normalen" Kaninchen vergesellschaftet werden.

Eigene Erfahrung

 

Im Januar 2016 sind meine vier Kaninchen alle an RHD2 gestorben. Zu dem Zeitpunkt hatte ich mich mit der Krankheit noch nicht ausführlich auseinander gesetzt und bin davon ausgegangen, dass die Impfung Nobivac Myxo+RHD ausreiche. Am Morgen des 6. Januar ging ich in den Stall um sie wie gewohnt in den Freilauf zu lassen, da lag mein noch nicht mal ein Jahr altes Rex-Kaninchen Findus, leblos am Boden. Er lag ausgestreckt, den Kopf in den Nacken geworfen. Vor Schreck bin ich rücklings aus dem Gehege getaumelt, das war wirklich ein Schock. Zuerst dachte ich er wäre vielleicht von der oberen Etage des Stalls gefallen, ungeschickt aufgekommen und hätte sich das Genick gebrochen. Doch als wir ihn am Mittag beerdigen wollten, saß Sniffy apathisch in der Ecke. Ich habe sofort Panik bekommen, denn sie ließ sich widerstandslos auf den Arm nehmen, was sie niemals tun würde, da sie immer die flinkeste der Gruppe war. Wir sind mit ihr zum Tierarzt gefahren und diese hat sie dabehalten und ihr eine Infusion gegeben. Sie hat bereits ihren Verdacht auf RHD geäußert, von RHD2 wusste sie noch nichts. Zuhause habe ich in verschiedenen Foren gelesen und ihren Verdacht bestätigt, später stellte sich dann durch die Obduktion heraus, dass es sich um RHD2 handelte. Wir brachten die verbliebenen Kaninchen, Linus und Flora, die noch keine Sympome zeigten, ebenfalls zum Tierarzt. Am Abend rief die Ärztin an, sie müsse Sniffy einschläfern.

Der nächste Tag war der blanke Horror. Linus und Flora waren bei der Tierärztin, ihnen ging es zuerst noch gut, im Laufe des Tages zeigte Linus aber Symptome und beide bekamen eine Infusion. Am Folgetag wurde auch er eingeschläfert. Flora hatte hohes Fieber und ihr Körper kämpfte stark gegen dir Viren an. Am Abend sagte die Tierärztin wir sollen sie abholen und abwarten ob sie die Nacht überlebt, mehr könne sie nicht tun. Wir also unwissend, haben sie abgeholt und ins Gehege gesetzt. Mitten im Winter, in ein RHD verseuchtes Gehege, ich fühle mich immer noch grausam wenn ich mir das vor Augen führe. Natürlich hat sie nicht überlebt. 

Das Gehege stand 7 Monate komplett leer, zwei Mal habe ich eine Grundreinigung mit Desinfektion, kochendem Wasser und Erdboden abtragen gemacht, alle Gegenstände zu denen die Kaninchen Kontakt hatten entfernt. 

Da ich auf jeden Fall wieder Kaninchen haben wollte, habe ich mich mit dem Thema RHD ausführlich auseinander gesetzt und so erst erfahren was man noch hätte tun können. Ich bin mir sicher, mindestens Flora und bestimmt auch Linus hätten überlebt wenn wir zu dem Zeitpunkt schon bei meiner jetzigen Tierärztin gewesen wären.

Infobox: Der richtige Tierarzt 

 

Um Kaninchen gesund zu halten, ist Vertrauen und Sicherheit in seinen Tierarzt zu haben, höchste Priorität. Ein richtig guter Tierarzt der sich mit Kaninchen auskennt, ist aber leider eine Rarität. Die meisten Tierärzte können Katzen und Hunde gut behandeln, bei Kaninchen fehlt es ihnen jedoch meist an Erfahrung, Praxis und theoretisches Wissen. Das macht einen geeigneten Tierarzt aus:

 

  • Er vereinbart direkt bei Anmeldung einen Termin zum Kennenlernen und Durchchecken 
  • Er verschreibt nicht nur Antibiotika
  • Er drückt sich klar aus, nicht mit "könnte sein" oder "vermutlich"
  • Er kann bestenfalls Fachkenntnisse im Bereich Kaninchen vorzeigen
  • Er berät in der Haltung- und Ernährungsform
  • Er erinnert an Impftermine und Kotproben! 
  • Er nimmt sich Zeit für die Tiere 

Nach der Geschichte mit RHD, wurde mit meine jetzige Tierärztin würde mir über den Verein "Laborkaninchen e.V." empfohlen. Sie betreut die Notfälle des Vereins und wohnt zufällig in unserer Nähe, großes Glück für uns! Empfehlungen von anderen Menschen sind immer viel Wert, trotzdem gilt es sich ein eigenes Bild zu verschaffen.